Bis zuletzt in Würde leben – und sterben, in: RNZ vom 14.02.2022 zu 30 Jahre Hospiz Louise

Von Marion Gottlob, RNZ

 

Heidelberg. Der Begriff „Hospitium“ war schon im Mittelalter bekannt. Hospize waren damals Herbergen für Reisende und Pilger, sie waren Stätten der Gastfreundschaft. Heute versteht man unter „Hospiz“ ein „Haus des Lebens“ für Menschen, die nicht mehr zu Hause oder im Krankenhaus gepflegt werden können oder wollen. In einem modernen Hospiz finden Sterbende ein „Zuhause“. Was heute selbstverständlich ist, war vor 30 Jahren revolutionär. Damals gründete Schwester Anna Lioba vom Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen St. Vinzenz von Paul (siehe Hintergrund) in der Weststadt das erste allgemeine Hospiz in Baden-Württemberg. Schwester Birgitta, Generaloberin des Ordens, sagt: „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, damit er bis zuletzt in Würde leben und dann sterben darf.“

 

Das „Hospiz Louise“ hat in der Kaiserstraße begonnen und ist jetzt in der Wilhelmstraße. Vor dem Gebäude: Manuel Kahl, Manfred Albrecht, Heinzpeter Schmieg, Schwester Birgitta, Frank Schöberl und Roland Blatz (v.l.).
Foto: Philipp Rothe, 20.01.2022

Seit seiner Gründung wurden im Hospiz Louise mehr als 2000 Menschen begleitet – von 25- bis zu über 100-Jährigen. Häufig leiden sie unter einer Krebs-Erkrankung. Hospizleiter Frank Schöberl betont allerdings, „dass das Hospiz für alle erwachsenen Menschen am Lebensende zu Verfügung steht, die unsere Form der Hilfe benötigen, unabhängig von ihrer Erkrankung.“ Manche Gäste bleiben einige Monate im Hospiz, andere nur wenige Wochen oder Tage. -> weiterlesen

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